19.12.2025
Um sich ein aktuelles Bild von den Herausforderungen in der stationären Altenpflege zu machen, besuchte am Freitag die CDU-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Kehl, Dr. Katrin Merkel, das evangelische Altenpflegeheim Dr. Friedrich-Geroldt-Haus.
Begleitet wurde sie vom Büroleiter des Bundestagsabgeordneten Johannes Rothenberger, der krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste, sowie vom CDU-Stadtverbandsvorsitzenden und Gemeinderat Heinz Haag und zwei weiteren Vorstandsmitgliedern. Nach einem ausführlichen Rundgang durch die Räumlichkeiten der Einrichtung fand ein intensiver Austausch mit der Heimleitung und Vertretern des Trägers, der Evangelischen Jugend- und Altenhilfe Kehl, statt. Seitens der Einrichtung nahmen Heimleiter Stephan Müller, die Aufsichtsratsvorsitzende Jutta Grandjean, Aufsichtsratsmitglied Jürgen Fischer sowie Pflegedienstleiterin Elisabeth Schmidt mit einigen Mitarbeiterinnen teil. Besonders wertvoll war die Teilnahme eines Heimbewohners, der die Perspektive der direkt Betroffenen in die Runde einbrachte.
Finanzielle Belastung und Fachkräftemangel im Zentrum
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die prekäre Situation der Pflegeheimfinanzierung. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die stetig steigenden Eigenanteile für Heimbewohner eine enorme Belastung darstellen. „Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden“, betonte Dr. Katrin Merkel. Eng damit verknüpft ist der akute Fachkräftemangel. Diskutiert wurden Lösungsansätze in der Pflegeausbildung und die notwendige Kompetenzerweiterung für Pflegefachkräfte, etwa durch das neue Teilhabe- und Pflegequalitätsgesetz (TPQG), um das Berufsbild attraktiver und eigenverantwortlicher zu gestalten.
Bürokratieabbau und gesetzliche Vorgaben
Heimleiter Stephan Müller schilderte eindringlich die Belastung durch überbordende Dokumentationspflichten: „Die Zeit, die wir am Schreibtisch verbringen müssen, fehlt uns unmittelbar am Bett der Bewohner.“ Auch die Anforderungen der neuen Landesheimbauverordnung in Baden-Württemberg wurden kritisch beleuchtet, da diese zwar Standards setze, aber oft mit enormen baulichen und finanziellen Hürden für bestehende Einrichtungen verbunden sei.
Ein Zebrastreifen für mehr Sicherheit
Neben den großen politischen Themen kam auch ein konkretes lokales Anliegen zur Sprache: Der Wunsch der Einrichtung und der Bewohner nach einem Zebrastreifen direkt vor dem Haus. Dieser würde die Sicherheit der Senioren beim Überqueren der Straße deutlich erhöhen. Heinz Haag sicherte zu, dieses Anliegen im Gemeinderat erneut zu thematisieren. Dr. Katrin Merkel zog ein positives Resümee des Besuchs: „Der direkte Austausch vor Ort zeigt, wo der Schuh drückt. Wir müssen die Pflegekräfte von Bürokratie entlasten und sicherstellen, dass Pflegeeinrichtungen wie das Dr. Friedrich-Geroldt-Haus zukunftsfest aufgestellt sind.“